AI Discussion, Philosophy Show content
"Der Zuschauer, der in den Ausruf ausbräche: 'Donnerwetter sind wir Kerls, dass wir d a s machen konnten!' ist einfach ein erfundener Hanswurst. Vielmehr flüstert er kopfschüttelnd 'Mein Gott, was die kann!' und fühlt sich in seiner kreatürlichen Haut höchst ungemütlich: denn halb gruselt's ihn; und halb ist er beschämt."
- Günther Anders ,1956 (Die Antiquiertheit des Menschen Bd. I, , S. 28)
Aber vor #AI sollte es weder Ehrfurcht vor der Maschine, noch vor den Schöpfer*innen geben, sondern eine nüchterne Betrachtung von Ursache und Wirkung; nämlich ein nie da gewesenes Aufgebot der Ressourcen, um einen Turm zu Babel zu bauen, dessen hauptsächlicher Nutzen darin liegt, die Ressourcen, also die Menschen, die sie aufbieten müssen, noch besser zu kontrollieren und damit noch mehr Macht ausüben zu können.
Worin ich aber nicht mit vielen KI Kritiker*innen Übereinstimme ist, dass ein solches Produkt nicht auch entgegen den Zweck seines Schöpfers benutzt werden kann. Ich denke genau das hat Donna Haraway im Cyborg Manifesto angesprochen. Wir sollten uns Technik kritisch aneignen, solange wir damit Gutes bewirken können. Wenn wir also mit einem Open Weight Modell Sicherheitslücken in unserem Code finden können, warum sollten wir uns dafür schämen es zu nutzen? Ich glaube wir schämen uns zum großen Teil, weil wir um unsere eigene Unterlegenheit fürchten. Und genau das ist, was Günther Anders mit der #promethischenScham anspricht.