Mein Mann kocht.
Gerade hat er Walnüsse aus eigener Ernte mühevoll von der Schale befreit, und dann in der Pfanne verbrannt.
Sie sind für ein Pesto aus Kapuzinerkresse gedacht, die nocheinmal beeindruckend nachgewachsen ist, nachdem die Erdflöhe wirklich alle Blätter aufgefressen hatten.
Ich mische mich da nicht ein, ich habe den ganzen Urlaub hindurch gekocht, das macht mich ärgerlich. (Reis oder Nudeln kochen zähle ich dabei nicht, das ist keine Kunst und keine Arbeit. Mein Mann ist aber offensichtlich der Ansicht, dass er damit sein Soll erfüllt hat.)
Er hat heute schon ein Linsenbrot gebacken, nach einem YouTube Rezept (nur 5 min Arbeit! Das hat natürlich nicht gestimmt) und die Schüsseln und der Mixstab sind immer noch schmutzig ("das mache ich nachher"). Ich habe das mal so hingenommen, und nur die Sachen gespült und weggeräumt, die ich für die Seelen für das Frühstück mit unserer gebraucht hatte.
Ja, ich liebe ihn, ich bin auch dankbar für seine Fürsorge.
Conversation
Aber manchmal ärgere ich mich trotzdem.
Ich habe heute auch Zeit für mich gebraucht, 14 Tage nonstop Gemeinsamkeit frisst meine Energie. Nicht einmal 30 min Yoga gingen unterbrechungsfrei. Dann die Musik, die YouTube Videos, ich bin geräuschempfindlich, mein Mann braucht immer Hintergrundgeräusch. Ich nehme mich immer irgendwie zurück, das ist anstrengend.
2 Stunden im Wald allein 😃, nur für mich, atmen, gehen, schauen, ganz im meinem Tempo, ohne Ablenkung, das habe ich heute dringend gebraucht.
Selbst das Kochen und Backen jetzt frisst meine Energie, denn natürlich gibt es ständig Nachfragen, und ich höre mir sein Gefluche an, wenn etwas nicht so läuft, dazu laut YouTube.
Natürlich gibt es noch lange kein Essen, das Pesto ist immer noch nicht fertig, das Nudelwasser noch nicht auf dem Herd.